Tennisarm: Symptome, Ursachen und was wirklich hilft
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Tennisarm: Symptome, Ursachen und was wirklich hilft

26 Oktober 2026 Medizinische Artikel

Tennisarm: Warum die meisten Betroffenen nie einen Schläger in der Hand hatten

Der Name führt in die Irre. Die Epicondylitis lateralis humeri – umgangssprachlich Tennisarm – ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen am Ellenbogen, und der weit überwiegende Teil der Menschen, die damit in unsere Sprechstunde kommen, hat nie Tennis gespielt. Sie arbeiten im Handwerk, am Schreibtisch, im Garten, in der Pflege oder tragen im Alltag regelmäßig schwer.

Was tatsächlich dahintersteckt

Am äußeren Knochenvorsprung des Ellenbogens setzen die Sehnen jener Muskeln an, die das Handgelenk und die Finger strecken. Jedes Mal, wenn Sie kräftig zugreifen, eine Schraube drehen, eine Kiste anheben oder auch nur eine Computermaus über Stunden bedienen, arbeiten diese Muskeln – und ziehen an einer sehr kleinen Ansatzfläche.

Wird diese Stelle über längere Zeit stärker beansprucht, als das Gewebe verkraftet, entsteht eine Reizung am Sehnenansatz. Entgegen der verbreiteten Vorstellung handelt es sich dabei meist nicht um eine klassische Entzündung, sondern um eine Veränderung der Sehnenstruktur selbst. Das erklärt auch, warum Entzündungshemmer allein das Problem selten dauerhaft lösen.

Wie sich der Tennisarm bemerkbar macht

Typisch ist ein klar lokalisierbarer Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens, der bei bestimmten Bewegungen einschießt: beim Händedruck, beim Anheben einer vollen Tasse, beim Drehen eines Türgriffs oder beim Auswringen eines Lappens. Viele Betroffene beschreiben, dass ihnen Gegenstände aus der Hand fallen – nicht aus Kraftlosigkeit, sondern weil der Schmerz den Griff unterbricht.

Der Schmerz strahlt häufig in den Unterarm aus. In Ruhe ist die Stelle oft völlig unauffällig, was dazu führt, dass Betroffene das Problem lange nicht ernst nehmen.

Warum es so hartnäckig sein kann

Der Tennisarm hat einen schlechten Ruf, und der ist nicht ganz unverdient: Unbehandelt kann er sich über Monate ziehen. Der Grund liegt in der Natur der Belastung. Anders als ein Knie lässt sich ein Arm im Alltag kaum schonen – Türen öffnen, Tassen halten, Tastatur bedienen passiert hunderte Male am Tag, meist unbewusst.

Genau deshalb ist die frühe Einordnung wichtig. In der Anfangsphase reagiert das Gewebe deutlich besser auf eine Belastungsanpassung als nach Monaten.

Wie wir vorgehen

Am Anfang steht die klinische Untersuchung. Der Tennisarm hat charakteristische Druckpunkte und Provokationstests, mit denen er sich gut von anderen Ursachen abgrenzen lässt – und diese Abgrenzung ist der eigentliche Punkt. Schmerzen am Ellenbogen können auch von der Halswirbelsäule ausstrahlen, von einer Nerveneinengung im Unterarm herrühren oder Ausdruck einer Gelenkveränderung sein. Die Behandlung sieht in jedem dieser Fälle anders aus.

Der Ultraschall ergänzt die Untersuchung und zeigt Veränderungen am Sehnenansatz sowie Begleitbefunde. Weiterführende Bildgebung ist nur bei unklarem Befund oder ausbleibender Besserung nötig.

Die Behandlung selbst setzt in der Regel konservativ an. Der wichtigste und zugleich unbeliebteste Teil ist die Anpassung der auslösenden Belastung – denn solange die Ursache weiterläuft, arbeitet jede Therapie gegen sie an. Ergänzend kommen je nach Befund Physiotherapie mit gezieltem Belastungsaufbau, Bandagen, Stoßwellentherapie oder andere Verfahren infrage. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab.

Wann Sie zu uns kommen sollten

Sinnvoll ist eine Vorstellung, wenn die Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen bestehen, wenn sie bei alltäglichen Bewegungen auftreten, wenn Gegenstände schmerzbedingt aus der Hand fallen oder wenn Taubheitsgefühle oder Kribbeln hinzukommen – Letzteres spricht für eine andere Ursache und gehört zeitnah abgeklärt.

In unserer Praxis in Bruchsal und Bretten untersuchen wir den Ellenbogen klinisch und sonografisch, grenzen die Ursache ab und besprechen mit Ihnen, welcher Weg in Ihrem Fall der richtige ist.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.