„Ein Röntgenbild allein reicht oft nicht." – Dr. Tinelli im Porträt
Wer in unsere Sprechstunde kommt, hat meistens schon eine Vermutung. Manche bringen einen Befund mit, viele haben vorher recherchiert, fast alle eine konkrete Frage: Wie schlimm ist das? Dr. Tinelli, Unfallchirurg und Orthopäde in unserer Praxis in Bruchsal und Bretten, beginnt das Gespräch trotzdem selten mit dem Bild.
„Isoliert nur ein Röntgenbild zu betrachten, reicht oftmals nicht aus, um die Verletzung adäquat zu erkennen", sagt er. Deshalb steht bei ihm die Untersuchung am Patienten am Anfang – und die Bildgebung beantwortet danach eine konkrete Frage, statt eine zu erzeugen.
Schwerpunkte
Dr. Tinelli ist Orthopäde und Unfallchirurg und seit Januar 2026 Teil des Teams der Sportorthopädie Bruchsal | Bretten. Neben den klassischen orthopädischen Fragestellungen liegt sein Schwerpunkt in der Praxis auf der Unfallmedizin: auf Patientinnen und Patienten, die sich nach einem Unfall vorstellen, um die Verletzung gründlich abklären und anschließend weiterbehandeln zu lassen.
Genau das ist für ihn der Reiz an diesem Fach. Die Unfallchirurgie ist eine der Disziplinen, in denen man Menschen akut helfen kann – und in denen man ungewöhnlich oft erlebt, dass eine Behandlung aufgeht. Wenn eine Verletzung schnell erkannt und richtig versorgt wird, können die meisten Betroffenen nach überschaubarer Zeit in ihren Alltag, ihren Beruf und ihren Sport zurückkehren. Diese sichtbaren Verläufe sind für ihn das, was die Arbeit tragfähig macht.
Dass „schnell erkannt" dabei nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Beispiel, das in der Praxis regelmäßig vorkommt: der Sturz auf die ausgestreckte Hand. Was zunächst nach einer Prellung oder einer Bandverletzung aussieht, kann ein Bruch des Kahnbeins sein – eines kleinen Handwurzelknochens, der schlecht durchblutet ist und deshalb schlecht heilt, wenn er nicht erkannt wird. Ein typischer Hinweis ist der Druckschmerz in der Tabatière, der kleinen Grube zwischen Daumen und Handgelenk.
„Isoliert nur ein Röntgenbild zu betrachten, reicht oftmals nicht aus, um die Verletzung adäquat zu erkennen."
Bleibt eine solche Fraktur unentdeckt, drohen als Spätfolge eine ausbleibende Heilung und eine Arthrose im Handgelenk – mit Beschwerden, die dann über Jahre bestehen. Deshalb wird bei entsprechendem Verdacht weiter abgeklärt, auch wenn das erste Bild unauffällig ist.
Was ihm in der Sprechstunde wichtig ist
Am Anfang steht für Dr. Tinelli nicht das Bild, sondern das Gespräch. Zuhören – und dann genau nachfragen: Wie ist der Unfall passiert? Welche Bewegung, welche Krafteinwirkung? Welche Beschwerden bestehen seitdem, und was funktioniert nicht mehr? Der Unfallhergang ist diagnostisch oft aussagekräftiger als der erste Befund, weil er eingrenzt, welche Strukturen überhaupt betroffen sein können. Erst daraus entsteht eine zielgerichtete Diagnostik: Es wird untersucht, was der Verdacht hergibt – nicht alles, was technisch möglich ist.
Dafür stehen in der Praxis alle modernen bildgebenden Verfahren direkt vor Ort zur Verfügung. Das verkürzt den Weg zur Diagnose erheblich: Untersuchung, Bildgebung und Befundgespräch finden im selben Haus statt, in der Regel ohne zusätzliche Termine an anderer Stelle.
Ein Punkt, der zur Unfallmedizin dazugehört: Notfälle sind in der Praxis an der Tagesordnung und werden mit Vorrang behandelt. Wer mit einer akuten Verletzung oder einem Arbeitsunfall kommt, wird vorgezogen – das ist ausdrücklich so gewollt. Es bedeutet aber auch, dass sich ein Praxistag nicht immer planen lässt und es in der offenen Sprechstunde zu Wartezeiten kommen kann. Dr. Tinelli benennt das offen, weil es die Kehrseite derselben Zusage ist: Wer dringend versorgt werden muss, kommt dran.
Sprechstunde und Termine
Dr. Tinelli behandelt in unserer Praxis in Bruchsal und Bretten. Termine können Sie online über https://app.arzt-direkt.de/spo-bruchsal/booking vereinbaren.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.